Genießen statt verzichten

Den Tag einfach mal genießen

 

Hatte er sich in letzter Zeit immer nur den Mist aus der Realität gesucht, es genossen ihn Tag um Tag zu fressen und sich am Ende gewundert das sein Leben nur noch nach Scheiße schmeckt? Die Antwort machte Sinne, sie war griffig, sie war verständlich in Metaphern eingehüllt, sie klang wie etwas das ein Psychologe irgendwie anders sagen würde. Leider kam er in diesem Moment wieder zurück in Leben, raus aus seiner Gedankenwelt in der er sie sich öfter flüchtete, was meistens zwangsläufig, mangels Bewegungsmöglichkeit, induziert durch übermäßigen Alkoholkonsum, passierte.
Er guckte Purple an und zog seiner Augenbrauen hoch, noch höher als Purple nicht reagierte. Es verging eine kleine Zeit. >>JA UND?<< Anton neigte zur Cholerik. >>WAS UND<< antwortete Purple böse, um danach wieder zu grinsen. >>Da steht nichts interessantes MILKA<< wie einfallsreich. >>Du beschäftigst dich zu sehr mit dem Offensichtlichen. Lies den kleinen Artikel da<<. Anton war hitzig und angespannt, er hasste Purple immer mehr, obwohl er ihn noch nicht lange kannte. Das Leben allein hatte ihn zu einem Misantropen gemacht, vielleicht durch die Wut, dass seine Freunde ihn ihm Stich gelassen hatten, vielleicht das sich sonst keiner bei ihm meldete oder an den zahllosen Flaschen Sprit die er sich gegönnt hatte. Er war kein leichter Mensch gewesen gut, aber musste man ihn deshalb gleich meiden? Nun meidete er sich abends gerne selbst, um sich zu entfliehen gab es ja allerleih Dinge die man tun konnte, auch wenn diese immer schlechter funktionierten. Am Ende pult man an den Granitfliesen herum, um deren Qualität festzustellen. Die Filme waren nicht mehr gut genug, die Serien, egal wie prämiert sie auch sein mochten, rüttelten gar nichts mehr in ihm. Manches konnt er sich nicht mehr anschauen weil es zu verstörend war, manches weil es zu flach war. Andere Sachen sollten wahrscheinlich witzig sein, aber er sah nur das schlechte daran.